Ich freue mich immer sehr über so einen ausführlichen Erfahrungsbericht mit echten Erlebnissen. Dadurch kann man als Leser ein wenig nachvollziehen, was so eine Pilgerreise alles auslösen kann. 🙂

Erfahrungsbericht einer Pilgerreise im Himalaya

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Ganga ma in Devprayag

Im Oktober 2019 waren wir mit 16 Teilnehmern für 3 Wochen im Garhwal Himalaya in Indien unterwegs. Die Idee war, Tempel aufzusuchen, Gipfel zu erklimmen, Natur zu erleben und Inspiration zu finden. Bei der Reise ging es auf und ab, also durch Berg und Tal – aber auch emotional war es aufregend! Immer wieder gab es Herausforderungen wie z.B. stundenlanger Stau auf staubigen Bergstraßen, ein Hotel mit überraschend schlechtem Service und zu allem Überfluss einen kranken Reiseleiter (mich).

Am Ende der Reise waren alle Happy über die vielfältigen Erfahrungen und es war klar: die Gegend des oberen Garhwal lässt sich nicht ohne Abenteuer bereisen, aber sie bietet unglaubliche Erfahrungen! Hier nun ein ausführlicher Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin und Bilder der Reise.

Das schöne an dem Erfahrungsbereicht ist, dass er den Wandel vor, während und nach der Reise beschreibt.

Erfahrungsbericht: Himalaya Abenteuer Pilgerreise 2019

Hallo Narada,

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Reinigendes Bad im Ganges in Rishikesh

nun bin ich seit zwei Wochen schon wieder zu Hause und eigentlich habe ich die ganze Zeit schon vor Dir noch einmal einen Erfahrungsbericht zu schreiben, aber ich wollte auch die Tage nach meiner Rückkehr noch auf mich wirken lassen, die genauso zur Reise gehören wie die Vorbereitungen im Vorfeld und sich anfühlen wie Nachwehen – im positiven Sinne. Und obwohl ich wieder zurück bin in den heimischen Gefilden und gewohntem Umfeld, lässt mich nicht los, was ich habe erleben dürfen.
Die Dankbarkeit, die ich bereits unterwegs empfunden habe, hält an und lässt mich zutiefst demütig sein.
Das Ankommen in der Welt, die bis vor Kurzem noch die halbwegs Einzige war, die ich kannte und die nun nie mehr dieselbe sein wird, war nicht leicht. Von der Zeitverschiebung einmal abgesehen, war ich anfangs wie in einem Zeitloch, in einer Parallelwelt. Nicht mehr in Indien, aber auch nicht hier. Mein Leben und mein Umfeld, wie ich es bis dahin kannte, ähnlich einem Déjà-vu, bewegte ich mich wie in Zeitlupe. Als würde ich zu langsam sein für unsere westliche Welt. Ja, ich hatte mich gefreut auf Zuhause, zumindest als ich wusste, dass die Rückkehr unvermeidlich sein würde. Aber doch war schwer Indien und das, was es mir entgegengebracht hatte, samt allen Erfahrungen und Erlebnissen, hinter mir zu lassen.

Auch war ich erst jetzt in den Tagen dieser Woche bereit meine Reisesachen zu waschen, die bis dahin noch auf einem Haufen in der Ecke gelegen hatten und an denen ich immer wieder schnupperte (das klingt jetzt vielleicht ein wenig eklig, stelle ich beim Schreiben fest). Als mein Freund mich vom Flughafen abholte, war er ebenso über meinen Geruch erstaunt und meinte, es sei krass, wie sehr ich nach Indien rieche. Und wüsste er nicht, wo ich herkommen, würde er wohl dennoch auf Indien tippen.

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Reiseleitung: Kavita und Narada

Unglaublich, dass hier alles weiter in seinen gewohnten Bahnen lief, während ich für drei Wochen quasi ausgestiegen bin und unterwegs war, um so viel Schönheit und Herzlichkeit zu erfahren. Nun bin ich wieder hier, so langsam nehme ich das Tempo meines Umfeldes wieder an und das Erlebte tritt leise in den Hintergrund. Aber tief in mir ist etwas zurückgeblieben, dass sich so tiefgreifend und weltbewegend anfühlt, dass ich dafür keine Worte habe. Ich war in die Welt gezogen, weil ich etwas so gänzlich anderes sehen und erleben wollte als ich es jemals zuvor gesehen oder erlebt hatte, auch wenn ich nicht wusste, wie anders „anders“ sein würde. Wie will man sich auch etwas vorstellen, das man nicht kennt?!
Aber ich kann sagen: Meine Vorstellungen (die ich ja, wie gesagt, nicht hatte) haben sich in allen Belangen erfüllt. Mit allen Herausforderungen sowie schönen und bewegenden Momenten. Auch zwei Wochen danach kann ich noch immer kein schönstes Erlebnis nennen, weil ich dann wahrscheinlich meine Erlebnisse der drei Woche nochmal aufsagen würde. Und es wäre für mich ungerecht, ein Ereignis herauszupicken, denn ich fand die Reise als solche großartig.
Ich danke Dir also nochmal auf diesem Wege und im kleinen Rahmen für das, was ich durch Kavita (unsere wunderbare indische Reiseleiterein) und Dich und Dein Angebot als Ganzes habe erleben dürfen.
Für mich war es perfekt, auch gerade vor allem, weil nicht immer alles perfekt war. Ich habe sehr genossen, wie Du alles organisiert hast. Habe genossen, dass ich mich um nichts habe kümmern müssen und dass in diesen drei Wochen meine größte Herausforderung täglich darin bestand, für den Tag gewappnet zu sein und im Daypack alles bei mir zu haben, was ich für unsere Tagestouren brauchte. Es tat gut loszulassen (das ist für mich ja immer Thema) und mich Deiner Führung und Planung zu überlassen. Und das habe ich immer gern getan. Ich weiß, dass ich den Mut (noch) nicht aufgebracht hätte allein und auf eigene Faust Indien zu erkunden und ebenso, dass ich ohne Deine Führung und Organisation all diese wunderschönen Plätze niemals gesehen hätte. Ich bin begeistert, wie tief wir in den Bergen waren, wie fern ab wir uns vom Tourismus bewegt haben und wie viel Nähe zur Natur wir erleben durften. Ich habe für mich mit meinem „first time out of Europe“ in Indien und mit Deinem Reiseangebot alles richtig gemacht! ??
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Sivananda-Ashram in Rishikesh

Hab also vielen Dank für alles. Vor allem auch für Deine Geduld. Wir waren sicher keine ganz leichte Gruppe und ich habe viel Achtung vor dem, was Du mit Deinen Gruppenangeboten an Organisation und Begleitung so alles leistest.
Nur ein Punkt macht mich nicht so ganz zufrieden (wenn das überhaupt das richtige Wort ist): Kurz vor meinem Abflug habe ich hier daheim gesagt, dass ich froh bin, wenn ich von der Reise zurück bin, denn dann ist endlich all die Aufregung und auch die „Angst vor dem Unbekannten“ vorbei und  ich kann endlich wieder in Ruhe mein Dasein verbringen bis ich mich vielleicht irgendwann erneut für eine so weite Reise entscheide. Das ist so nicht eingetreten.
Ja, ich bin zwar zurück und angefüllt mit positiven Erfahrungen. Und ich bin auch nicht mehr aufgeregt und Angst habe ich logischerweise auch keine mehr. Aber Ruhe tritt in mir nicht ein. Ganz im Gegenteil: Mein Fernweh hat sich gewandelt. Nun weiß ich, was mich raus in die Welt zieht. Und beinahe fühlt es sich an als hätte ich immer gewusst, wie viel mehr mir unsere Welt zu bieten hat. Und nun will ich wieder weg. Das ist positiv und negativ zugleich. Denn die Vorfreude auf eine weitere Reise (samt allem, was dazugehört, wie Suche, Planung, Recherche, Organisation usw.) ist unbeschreiblich schön und hat ein konkretes Ziel, nämlich sich wieder auf Reisen zu begeben und wieder unterwegs zu sein. Gleichzeitig fühlt es sich jetzt hier aber so an als wäre ich hier daheim nur auf Zwischenstation und es beherrscht mich eine gewisse Unruhe mich doch wieder an die nächste Planung zu begeben.
So ganz jung bin ja auch ich nicht mehr (Lebensmitte? Wer weiß schon, was das Universum uns so angedacht hat?!) und nun mag ich kaum mehr Zeit verstreichen lassen, um noch mehr von dem „da draußen“ zu entdecken.
Mal sehen, ob in den nächsten Wochen noch etwas Ruhe in mir einkehrt, doch ich erahne, dass das der Preis ist, den Fernweh kostet: Die Unruhe bis zum nächsten Trip.
Und noch schöner: Ich fühle mich nicht, aufgrund meiner positiven Erfahrungen, auf Indien festgelegt. Nun bin ich tatsächlich am Überlegen, ob ich mich auf Dein Angebot die Mongolei zu bestaunen, einlasse. Das klingt großartig und mich reizt die Weite des Landes sowie die wenig besiedelte Natur sehr. Davon abgesehen, habe ich gerade das Gefühl die ganze Welt sehen zu wollen.
Hab also nochmals vielen Dank für alles! ???
Fühl Dich lieb von mir gegrüßt..
Jana aus L

Antwort auf den Erfahrungsbericht

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Narada in Kartik Swami

Liebe Jana!

Ich freue mich sehr, dass Du uns mit diesen Zeilen in deinem Erfahrungsbericht an Deinem Prozess teilhaben lässt.
Rückblickend war diese Reise auch für mich eine besondere Erfahrung. Zum einen weil unsere Gruppe trotz der heterogenität recht harmonisch war, und ich mit einigen noch in Kontakt bin. Zum anderen, weil ich bei dieser Reise selbst auch an meine Grenzen gekommen bin. Einerseits die Probleme mit der Unterkunft nach der besonders langen Fahrt durch den Stau, und die daraus resultierenden Konflikte. Und vor allem auch meine Krankheit und der Zusammenbruch den ich in Badrinath erlebt habe. Zum Glück hat sich ja dann alles wieder zum Guten gewendet und alle waren am Ende überglücklich.
Es war sehr schön Deinen Prozess zu beobachten und ich freue mich schon darauf, Dich mal wieder bei einer Reise dabei haben zu dürfen! 🙂
Alles Liebe, Narada

Hier noch ein paar Bilder der Himalaya Reise

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Haridwar am Hari Ki Paur

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Der sagenhafte Tempel in Badrinath

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uralter Shiva-Shakti Tempel

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Inderinnen trocknen ihre Saris am Ganges

Pilgerreise Char Dham

Himalaya Pilgerreise

Himalaya Pilgerreise

Tungnath, 3800m üNN

Himalaya Pilgerreise

Wandern im Himalaya: Kartik Swami

Erfahrungsbericht

Abschluss im Ashram mit den Swamis Subash und Bodhichitananda

 

Categories: Yoga-Reisen

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