Islandpferde, auch Isländer genannt, haben mit ihrem sanftmütigen, aber gleichzeitig starkem Charakter so richtig mein Herz erwärmt. Wer mag kann bei unserem Ringroad-Abenteuer einen unvergesslichen (geführten) Ausritt mit Ausblick auf`s Nordpolarmeer machen.

Beim letzten Mal haben wir dabei von den Reitbegleitungen jede Menge über die Geschichte und die besonderen Eigenschaften der charmanten, freundlichen Tiere erfahren. Darüber hinaus habe ich noch ein wenig recherchiert und trage hier nun die spannendsten Facts zusammen.

Soviel schon mal vorweg- auch unerfahrene Reiter:innen können die gutmütigen Islandpferde ziemlich „isi“ reiten. 😉

Reiseleiterin Heidi zwischen reitpferden in Island
unsere Reitpferde 2022

Robuste germanische Urahnen der Islandpferde kamen über`s Meer, …


Als im späten 9. Jahrhundert Wikinger aus Norwegen begannen Island zu besiedeln, brachten sie Pferde mit ihren Schiffen auf die beinahe menschenleere Insel.

Aus Platzgründen wählten sie nur die besten unter den besonders kleinen Pferden aus. Ausserdem nahmen sie nur ausgesprochen robuste und ausdauernde Pferde mit, die den rauen Bedingungen einer Überfahrt standhalten würden. Häufig waren das germanische Ponys. Später, nach verschiedenen Raubzügen der in Island sesshaft gewordenen Wikinger, wurden diese mit keltischen Ponys gekreuzt. Aus dieser Kreuzung entwickelten sich die heutigen Islandpferde, mit all ihren besonderen Eigenschaften.

Das Stockmass der „Kleinen“ liegt zwischen 130 und 150cm.

Isländer sind trittsicher, gutmütig und vielseitig. Sie sind zuverlässige Reit- und Arbeitstiere, angepasst an raues Klima und wenig anfällig für Krankheiten.

Sie haben auch eine lange Lebenserwartung. Das älteste bekannte Islandpferd war eine Stute, die von 1897-1954 in Dänemark lebte und somit 57 Jahre alt wurde.

Auf mich machen die isländischen Menschen übrigens einen ebenso starken, robusten und widerstandsfähigen Eindruck, wir ihre Pferde.

Ein Islandpferd streckt neugierig den Kopf über den Weidezaun
Hallo du neugieriger Wikinger;-)

….dann, 1000 Jahre lang, keine mehr.

Es heißt, dass schon vor 1000 Jahren im Althing, dem 930 n. Chr. gegründeten Parlament Islands beschlossen wurde, dass keine Pferde mehr von außerhalb nach Island gebracht werden dürfen.

Somit ist das Islandpferd die einzige Pferderasse, die seit 1000 Jahren rein erhalten ist.

Im Jahr 1909 wurde das Importverbot von Pferden noch einmal schriftlich verankert. Es sollte vor allem dazu dienen, mögliche Pferdekrankheiten von der Insel fernzuhalten.

Der Export von Islandpferden ist ebenfalls sehr strikt geregelt. Islandpferde, die die Insel einmal verlassen haben, dürfen nicht zurückkehren. Dies dient neben dem Schutz vor Krankheiten auch der Reinhaltung der Rasse.

Jahrhundertelang waren Islandpferde als Arbeitstiere unverzichtbar und mussten sehr viel leisten.

Doch in der heutigen Zeit, kann ich jedem Isländer nur wünschen auf der Insel bleiben zu dürfen, da die Pferde dort traditionell unter sehr natürlichen Bedingungen gehalten werden.

Stute und Fohlen beschnuppern sich
Pferde in Island haben es gut

Naturnahe halbwilde Haltung in grossen Herden

Die meisten Islandpferde leben ganzjährig draußen. Sie sind an das raue Klima angepasst und bei Kälte, Schnee und Wind fühlen sie sich wohl. Bei Dauerregen und Hitze suchen sie sich selbständig Schutz.

Tiere, die nicht gerade als Reitpferde eingesetzt werden, verbringen den Sommer in großen Herden im Hochland und sind normalerweise ganz sich selbst überlassen.

Im Herbst werden sie ins Tiefland getrieben. Über den rauen, schneereichen Winter werden sie dort sie mit Heuladungen gefüttert und haben menschlichen Kontakt.

Reittiere verbringen den Winter manchmal auch in Ställen.

Fohlen werden erst im 4. oder 5. Lebensjahr eingeritten. Die ersten 3 Lebensjahre verbringen sie normalerweise mit ihren Müttern in einer freien Herde in der Wildnis. So werden sie kräftig und in dem unwegsamen Gelände trittsicher.

Die Herdenhaltung fördert ein ausgeprägtes Sozialverhalten und trägt immens zum Wohlbefinden der Tiere bei und ist besonders artgerecht.

grasende Pferdeherde in Island
naturnahe Herdenhaltung
Fisch fressende Pferde

Außer der winterlichen Heufütterung erhalten Islandpferde in ihrer Heimat eine rein natürliche Ernährung.

Diese besteht besteht hauptsächlich aus Gras, Moosen, Flechten und Kräutern und enthält eine Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen, die für die Gesundheit der Tiere wichtig sind.

Besonders im Winter fressen die Pferde auch angeschwemmten Seetang, der Jod, Eisen und Calcium enthält.

Kaum zu glauben: In ausgesprochen harten Wintermonaten können Islandpferde sogar Fisch wie Hering und Dorsch fressen um ihren Nährstoffgehalt zu decken. Dieses Verhalten ist einzigartig unter Pferden.

Bei unserem ersten Ausritt in Island hatten wir ein paar Äpfel für die Pferde mitgebracht. Wir fragten natürlich erst nach, ob wir sie den Pferden geben dürfen. Da wurde auf dem Hof herzhaft gelacht: „ Äpfel kennen unsere Pferde nicht, wenn es schon mal Äpfel hier gibt, essen wir die in Island lieber selbst“.

Islandpferde im Schnee, die Heu fressen
winterliche Heufütterung

Klarkommen in der Natur

Auf Island haben die Pferde keine natürlichen Feinde – außer der Natur selbst. (Naja, wenn man es genau nimmt, vielleicht auch den Menschen). Die Natur kann auf der Insel aus Feuer und Eis erbarmungslos sein. Islandpferde haben jedoch meisterhafte Instinkte, diese einzuschätzen. Bei der Überquerung von zugefrorenen Flüssen und Fjorden folgten die Menschen früher den Pferden um sichere Wege zu finden.

Beim grössten Vulkanausbruch Islands 1783-1784 überlebten von rund 32.000 Pferden nur rund 8.500. Ein Ascheregen, legte sich auf die Weiden und vergiftete sie. Der Ausbruch verursachte außer massiven Zerstörungen in Island auch einen weltweiten vulkanischen Winter, der zu Missernten und Hungersnöten führte.

weisses Islandpferd im Winter vor einem Steg
Geschützt gegen Eis und Schnee mit dickem Winterfell
1 PS mit 5 Gängen und 100 Fabvarianten

Islandpferde sind für ihre besonderen Gangarten bekannt, die sie von anderen Pferderassen unterscheiden.

Neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen sie zwei zusätzliche Gänge, Tölt und Rennpass.

Der Tölt ist eine Viertakt-Gangart, die sich durch ihre besondere Fussfolge und den fehlenden Schwebephasen auszeichnet. Durch ihre Gleichmässigkeit ist diese Gangart für den Reiter besonders bequem. Oft wird der Tölt als „Tanzen mit dem Pferd“ beschrieben.“

Die Fähigkeit zum tölten ist genetisch bedingt. Fast alle Islandpferde werden als „Naturtölter“ geboren. Bei Fohlen kann man den Tölt bereits kurz nach der Geburt beobachten.

Uns wurde erzählt, dass der Tölt eine einzigartige Gangart sei, die ausschließlich Islandpferde beherrschen. Auf unserer Mongoleireise, haben wir dann entdeckt, dass auch mongolische Pferde tölten können. Meine Recherchen haben ergeben, dass auch einige alte Pferderassen in Süd- und Nordamerika, Indien, Südafrika und Griechenland diese Fähigkeit haben.

Der Rennpass gilt als „Königsgangart“ der Islandpferde und erfordert ein hohes Maß an Training und Geschick vom Reiter. Es handelt sich dabei um eine eindrucksvolle Zweitaktgangart, die Islandpferde auf kurzen Strecken im Renntempo zeigen können. Dabei fußen die gleichseitigen Beinpaare gleichzeitig auf. Zwischen den Schritten gibt es eine Schwebephase, was die Gangart sehr schnell macht. Geschwindigkeiten über 50 km/h sind möglich. Sie wird nur über kurze Distanzen geritten, weil sie für die Pferde sehr anstrengend ist. Nicht alle Islandpferde haben die Fähigkeit zum Rennpass, diese ist ebenfalls genetisch bedingt.

Eine weitere Besonderheit bei Islandpferden ist, dass sie ein außergewöhnlich breites Farbspektrum haben. Es gibt allein 40 Grundfarben. Darüber hinaus gibt es mehr als 100 Farbvarianten.

Diese enorme Farbenvielfalt blieb erhalten, weil bei der Islandpferdezucht traditionell keine Farben gezüchtet wurden. Berücksichtigt wurden immer nur die Gesundheit und die Überlebenschancen der Pferde.

 

Reiterinnen auf Islandpferden von hinten
Reiten auf unserem Roadtrip mit grandioser Aussicht

Reiten auf unserem Roadtrip

Wenn du beim Lesen Lust auf Reiten bekommen hast und Blakkur, Gullfaxi, Alfrun oder wie sie noch alle heißen kennenlernen möchtest , dann komm doch mit auf unseren Island Roadtrip! Wir machen gerne mit dir einen geführten, gemütlichen Ausritt mit Ausblick durch die wunderschöne Natur, der auch für Reitanfänger geeignet ist, bei einem gut ausgesuchten Reiterhof unseres Vertrauens. Möglichkeiten für erfahrene Reiter:innen können wir auf Wunsch gerne erfragen.

Wer nicht reiten möchte kann einen Tag in einem unglaublich schön gelegen Hotpot am Meer entspannen.

Ich freue mich auf Dich,

Deine Heidi

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