10 Spirituelle Orte in Indien, die man unbedingt anschauen sollte

Inhaltsverzeichnis

Im Artikel einige Anregungen für Reisen nach Indien, meine ganz persönlichen „Top 10 Spirituelle Orte in Indien“.

Narada 2019 in Bodhgaya

Seit ich im Jahr 1995 das Buch „Autobiographie eines Yogi“ von Paramahansa Yogananda gelesen habe, träumte ich davon nach Indien zu reisen. 2010 war es dann endlich so weit: meine erste Reise nach Indien stand an! Damals ging es nach Rishikesh und von dort aus in die Berge, unter anderem nach Badrinath.

Es folgten dann längere Reisen in 2011, 2014 und 2017, dann kam schliesslich meine Selbstständigkeit als spiritueller Reiseveranstalter im Jahr 2017. Meine Reisen haben sich immer an heiligen Tempeln und spirituellen Orten orientiert. So dachte ich, mit diesem Artikel mal einige Empfehlungen auszusprechen.

Meine Top 10: Spirituelle Orte in Indien

Die Liste ist sehr subjektiv, aber sie beruht auf meinen langjährigen Erfahrungen. Im Laufe der Jahre habe ich noch viele weitere Spirituelle Orte in Indien gesehen, aber diese 10 sind absolute Highlights. Wenn Du mal mitkommen magst nach Indien: sag Bescheid!

Absolutes „must see“: Top 3 Pilgerorte in Indien

Es ist mir schwer gefallen eine Wertung in die Liste der spirituellen Orte einzubauen, daher habe ich es gelassen. Nur diese Top 3 heben sich absolut von den anderen Orten der Liste ab. Baue sie wenn möglich auf jeden Fall in Deine Route mit ein! Die Top 3 sind zufällig zugleich die wichtigsten Kraftorte für Buddha, Shiva und Vishnu.

Bodhgaya – Ort der Erleuchtung des Buddha

Der Bodhibaum

Ende 2019 hatte ich die Gnade zum ersten Mal im Rahmen einer Buddha-Pilgerreise denOrt der Erleuchtung des Buddha aufzusuchen. Der Ort hat mich wirklich überwältigt: die spirituelle Energie war so stark spürbar, dass ich mich wie in einem Traum fühlte und mir die Tränen flossen. Ich bin so glücklich, dass ich ein Mal in diesem Leben unter dem Baum des Buddha sitzen durfte! Wirklich, kein Witz: der Ort ist unglaublich und unbeschreiblich!

Der historische Buddha, alias Siddartha Gautama Shakyamuni, hat im Alter von 29 Jahren sein königliches Elternhaus verlassen, um sich auf die Suche nach Befreiung zu begeben. Mit 35 hat er sich unweit der Stadt Gaya unter eine große Pappelfeige gesetzt und sich vorgenommen, nicht mehr aufzustehen bis er die volle Wahrheit erkannte.

Bodhgaya liegt im ärmsten Bundesstaat Indiens und etwas abseits der üblichen touristischen Ziele, aber ich kann Dir versprechen: Die Reise dorthin lohnt sich!

Badrinath – Vishnu Pilgerort ganz oben im Himalaya

Char Dham, Badrinath

2010 in Badrinath

Bei meiner ersten Indienreise im Jahr 2010 war ich mit meiner Frau unterwegs. Wir haben uns in Rishikesh einquartiert und wollten dann mal schauen, wie sich die Reise weiter entwickelt. Wir haben uns dann mit einem befreundeten Swami getroffen, der uns anbot, ihn nach Badrinath zu begleiten.

Das heilige Tal Badrinath liegt auf 3100m in einem Tal, umgeben von Sechtausendern. Die Pilgerstätte wurde bereits in den 4000 Jahre alten vedischen Schriften als uralter Pilgerort erwähnt. Hier trugen sich verschiedene wichtige mythologische Geschichten zu, so wurde zB hier die Bhagavad Gita verfasst. Im Badrinarayan-Tempel wird eine meditierende Form von Sri Vishnu verehrt. Im Winter ist das ganze Tal im Schnee versunken und nur den Göttern und manchen Yogis vorbehalten.

Varanasi – Heiligste Stadt Indiens, Shivas Wohnort

Spirituelle Orte

Über Varanasi (bzw. Benares oder Kashi) hat man sicher schon vieles gehört. So gilt die „Wohnstätte Shivas“ als älteste durchgehend bewohnte Stadt der Welt und wir als „Rom des Ostens“ bezeichnet. Die Treppenstufen „Ghats“ am Ganges sind legendär, die engen Gassen noch wie vor 100 Jahren und die verbrennungsfeuer mitten in der Stadt konfrontieren mit der unausweichlichen Vergänglichkeit des Lebens. Hier trugen sich viele besondere mythologische Ereignisse zu und die Stadt gilt schon immer als Epizentrum der indischen Kultur. Es ist die Stadt der Musik und der Wissenschaft, viele der berühmten Meister Indiens waren hier: Adi Shankaracharya hat hier gepredigt und auch der Buddha war hier.

Ich war 2011 das erste Mal in Varanasi und es war ein besonderes Erlebnis. Damals hatte ich nach einem längeren Retreat im Sivananda-Ashram noch einige Wochen zeit um alleine zu verreisen. Ich traf auf einen tibetischen Mönch mit dem ich dann 2 Wochen zusammen unterwegs war. Als wir in der heiligen Stadt ankamen, spürten wir beide, dass wir in ein besonderes Energiefeld eintraten. Ähnlich wie, wenn man im Winter in ein Kaufhaus geht und es plötzlich warm wird. Wir fühlten uns von Shiva willkommen geheißen und hatten eine wunderbare Zeit vor Ort.

Top 4-9 spirituelle Orte in Indien

Wie gesagt: ohne weitere Wertung! > Die Reihenfolge ist alphabetisch

Arunachala in Thiruvannamalai, Wirkstätte von Ramana

Die Stadt Thiruvannamalai ist eine alte Pilgerstadt für das Feuer-Element in Tamil Nadu, es ist eine der Top 5 Shiva-Orte in Südindien. Das besondere an Thiruvannamalai ist jedoch der heilige Berg Arunachala, dieser war die Wohnstätte des großen Weisen Ramana Maharshi. Man sagt der Berg sei Shiva selbst und Ramana Maharshi sagte, er sei eins mit dem Berg. Wie dem auch sei, der Berg hat eine ganz besondere Energie und Magie. Man kann hier sehr leicht meditieren und trifft viele Heilige und Suchende aus aller Welt. Wenn Du in Südindien unterwegs bist: Besuche den heiligen Berg!

Haridwar – heilige Stadt am Ganges

Pilgerreise

Haridwar – Tor zu Gott

Das Wort Haridwar bedeutet „Tor zu Gott“, wobei die erste Silbe sich sowohl auf Shiva, als auch auf Vishnu beziehen kann. Es ist ein Ort für alle großen Konfesszionen des Hinduismus: Shivaiten, Vaishnavas, Shaktas und Smarthas.

Die heilige Stadt liegt genau am Übergang zwischen der Gangesebene und dem Himalaya. Die Ganga Ma teilt sich in Haridwar in 7 Ströme und fließt nachher wieder zusammen. An beiden Seiten des Flusses gibt es je einen Berg mit einem Devi-Tempel, diese bilden das Tor. Haridwar gehört sogar objektiv auf diese Liste der Spirituelle Orte, denn es ist eine der 7 heiligen Städte Indiens. Die Stadt ist voller Sadhus, Swamis, Ashrams, Tempel und Pilger, man sieht hier jedoch kaum westliche Touristen. Haridwar ist nicht weit weg von Rishikesh, das lässt sich gut kombinieren, auf jeden Fall machen!

Kanyakumari – Südspitze Indiens

An der südlichen Spitze Indiens treffen drei Meere aufeinander: Die bengalische Bucht, das Arabische Meer und der Indische Ozean. An der Südspitze kann man am Morgen die Sonne aufgehen sehen und am Abend wieder untergehen – beides im Meer! Kanyakumari ist der Ort der gleichnamigen jungfräulichen Göttin, der Tempel wurde bereits von Marko Polo erwähnt. Unweit von Kanyakumari befindet sich auch der berühmte Berg den Shri Hanuman bei seiner Rettung von Sita hat fallen lassen (lange Geschichte).

Madurai & der Meenakshi Temple

Ziemlich in der Mitte des südlichsten Bundesstaates von Indien Tamilnadu befindet sich die alte Hauptstadt Madurai. Die Stadt gilt auch heute noch als kulturelles Zentrum Südindiens, das ist sie schon seit über 2000 Jahren. Mich persönlich hat die Stadt selbst nicht sonderlich interessiert, aber der Tempel der Göttin Sri Meenakshi hat mich verzaubert! Es ist ohne Übertreibung der schönste Tempel Indiens mit unglaublich filigraner uralter Kunst und besonderer Architektur. Meenakshi ist eine (grüne) Form von Shivas gemahlin Parvati, der Legende nach haben beide hier geheiratet. Teile des Dravdischen Tempels stammen noch aus dem 6. Jahrhundert.

Rishikesh – die Welthauptstadt des Yoga

Rishikesh – wo sich schon immer die Yogis trafen

Die Stadt Rishikesh ist im Westen berühmt geworden, als im Jahr 1967 die Beatles auf dem Höhepunkt ihrer Karriere dorthin flohen. Sie wollten damals ihren Guru Maharishi Mahesh Yogi besuchen und sich in indien spirituell inspirieren lassen, aber die Weltpresse ist ihnen dorthin gefolgt. Man kann sagen, dass dieses Event den beginn des modernen Yoga markiert. Die Stadt Rishikesh ist seit je her ein Ort, an dem sich die Yogis getroffen haben. Es bildete die letzte Station auf dem Weg in den Himalaya, dorthin zogen sich die Yogis für ihre Praxis zurück. Der große Meister Swami Sivananda lebte hier und bereitete die moderne Yoga-Bewegung vor. Rishikesh ist heute eine sehr touristische Stadt an der man vieles sehen und erleben kann.

Vrindavan – Ort von Shri Krishnas Kindheit

In Vrindavan hat Sri Krishna seine Kindheit verbracht und es haben sich viele der legendären geschichten aus seinem Leben hier zugetragen. Unweit von Vrindavan ist Shri Krishna zur Welt gekommen: in Mathura im Jahr 3227 v.Chr. Zugegeben: Der Ort ist nicht wirklich schön, überbevölkert und es gibt unfassbar viele nervige Affen. Aber die spirituelle Kraft und der Segen Krishnas ist hier deutlich spürbar!

Es gibt viele besondere und alte Tempel hier und in der ganzen Stadt Orte, an denen sich mythologische Geschichten zugetragen haben. Also ich 2011 das erste mal in vrindavan war, war ich etwas enttäusch vom heiligen Fluß Yamuna, der abseits der Stadt kümmerlich dahin floß. 2020 kam ich wieder und war begeistert! Vor einigen Jahren hatte jemand die Idee den Lauf der Yamuna durch ein par kleine Maßnahmen wieder in sein altes Flußbett zu bringen – mit Erfolg! Nun fließt der heilige Fluss wieder entlang der Tempel am historischen Ufer.

Platz 10 – unentschieden!

Tempel-Rundreise Hinduismus

Beim letzten Ort der Liste der spirituellen Orte Indiens tue ich mich schwer. Daher hier noch einige Aufzählungen von spirituellen Orten. Vielleicht helfen sie Dir bei der Planung Deiner Indienreise.

Einige stehen für die nächste Zeit bereits auf meinem Reiseplan:

Andere Orte, die ich bereits gesehen habe könnten auch mit in die Liste:

  • Uttarkashi – Varanasi des Nordens im Himalaya
  • Rajgiri – Ort an dem der Buddha viel verweilte
  • Joshimath – Heiliger Ort im Himalaya
  • Tungnath – höchster Shiva Tempel
  • Kalady – Geburtsort von Adi Shankaracharya
  • Thiruvananthapuram – Ort an dem der reichste Tempel der Welt steht
  • Thanjavur – Big Temple
  • Kumbakonam & Kanchipuram – Tempelstädte in Südindien
  • Rameshwaram – Ort für Sri Rama, einer der Top Pilgerorte Indiens
  • Mamallapuram – Stadt an der Westküste mit vielen Tempeln
  • Kalimath am Kalishila – ruhiger Kali-Pilgerort im Himalaya

Einige besondere Orte stehen noch auf meiner „Bucket-List“. Von diesen Orten träume ich derzeit nur:

  • Gangotri und Yamunotri – Quellen der heiligen Flüsse
  • Bhubaneshwar – Tempelstadt in Odisha
  • Gokharna – Shiva-Stadt am Meer von Karnataka
  • Dvaraka – Wohnstätte Shri Krishnas
  • Tirumala Tirupati – nach Mekka der meistbesuchte Pilgerort
  • Khajurao – Tempelbezirk mit erotischen Darstellungen
  • Konark – uralter Sonnentempel an der Ostküste

Tempelbrunnen Perlassery

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